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Mit Liebe
zum Detail

Ein denkmalgeschütztes Postamt erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Von ergänzenden Flügelgebäuden und Dachgeschossen eingerahmt, entsteht ein neues Ensemble mit 129 Wohnungen, fünf Arbeits- und Wohnlofts sowie

Gewerberäumen auf sechs Etagen. Im Mittelpunkt der Überplanung stehen dabei die historischen Qualitäten des Baudenkmals, die ihren gestalterischen Widerhall in der Architektur der Erweiterungsgebäude finden.

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Ein Ort mit
Geschichte

Das Postamt Berlin W 30 wurde 1925 als eines der damals größten Postämter gebaut. Mit seiner modernen Formensprache und den expressionistischen Dekors erfuhr das Gebäude seinerzeit hohe Anerkennung als Architektur auf der Höhe der Zeit. Gleichwohl folgte die Gestaltung entsprechend den funktionalen Erfordernissen des damaligen Postbetriebes mit repräsentativer Schalterhalle, dekorativ ausgestalteten Publikums- und zahlreichen Diensträumen. Die an der Geisbergstraße gelegene Südfassade war dem Besucherverkehr vorbehalten. Der weiße, gegossene Werkstein,
der in der Welserstraße im Sockelbereich Verwendung findet, zieht sich hier bis hoch in den ersten Stock. Durch den mit hohen Betonbögen gerahmten Haupteingang, über dessen Pforten ein steinerner Adler wacht, betraten die Besucher die große Briefschalterhalle. In den ersten beiden Stockwerken waren die durch große Fenster belichteten Diensträume der Beamten untergebracht. Oberpostbaurat Willy Hoffmann setzte in der äußeren und inneren Gestaltung auf Schmuckakzente. Auch heute noch sichtbar ist beispielsweise „Der letzte Postillon“, eine überlebensgroße Vollplastik aus weißem Kunststein an der Ecke Welser- und Geisbergstraße, die sich kontrastiv vom rot-changierenden Ziegelwerk des stattlichen Backsteinbaus abhebt. Im Innern wurden die Publikumsräume durch expressionistisch anmutende, kräftige Farbmuster gestaltet. In der ehemaligen Schalterhalle sind Teile dieser Deckmalerei noch erhalten. Über die Jahrzehnte konnte das inzwischen unter Denkmalschutz stehende Bauwerk in seinem ursprünglichen Charakter nahezu unbeschadet bewahrt werden. Wie bereits zu seiner Entstehung ist es harmonisch in die Wohnbebauung des Bayerischen Viertels eingebettet.

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Die Umarmung des Alten
durch das Neue

Die Architekten von Geisberg Berlin sind Ortner & Ortner Baukunst, die sich durch ihre intensive Auseinandersetzung mit der Baugeschichte und der Rolle der Architektur darin auszeichnen. Herausragende und zeitlose Bauten wie das Museum Moderner Kunst in Wien oder jüngst das Landesarchiv NRW in Duisburg stammen von ihnen. Bei der Überplanung des Postamtes stellten sie von Anfang an das Baudenkmal in den Mittelpunkt. Es galt, die Qualitäten des Bauwerks zu identifizieren, diese zu bewahren und in neue, dauerhafte Formen zu übertragen. In der Umsetzung bedeutet dies, dass innerhalb des neuen Ensembles das bestehende Gebäude von allen Seiten durch ergänzende Flügel eingerahmt wird ohne in die Aura des Denkmals einzugreifen. Im Gegenteil. Die Architekten nehmen einzelne gestalterische Elemente wieder auf und schaffen dadurch eine Harmonie und Balance zwischen alten und neuen Gebäudeteilen. Der im Sockel des Postamtes verwendete, mit Muschelkalk versetzte Kunststein inspiriert die Fassaden-
gestaltung der hinzugefügten Flügel. Mit viel Liebe zum Detail greifen die Planer hier auf die jahrtausendealte Technik des Steinputzes zurück. Diese qualitativ hochwertige, sehr beständige Bauweise findet heutzutage in aller Regel nur Anwendung in der Denkmalsanierung. Selbstverständlicher Bestandteil der Planungsphilosophie der Architekten sind die Aufgaben des nachhaltigen Bauens. Sie setzen Licht, Luft und Sonne als Gestaltungsmittel ein und verbinden diese mit modernsten Erkenntnissen der Bautechnik und zeitgemäßer Ästhetik. So erzielen sie nachhaltige kulturelle und wirtschaftliche Werte.

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Markus Penell und Sebastian Kablau von Ortner & Ortner Baukunst

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